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So tanzen die Pferde in der Königlich-Andalusischen Hofreitschule in Jerez de la Frontera

Pura Raza Espanola in der Show " Wie andalusische Pferde tanzen".

Unter spanischer Sonne zeigen die rassigen, weißen Hengste hohe Reitkunst in historischem Ambiente.

Neben der Hofreitschule in Wien ist unter Pferdefreunden vor allem die Königlich-Andalusische Hofreitschule in Jerez de la Frontera bekannt. Rassige Pura Raza Española Hengste, vorgestellt in der Hohen Reitkunst.

Da sollte so mancher Pferdefreund einmal einen Gedanken an einen Besuch dieser besonderen Reitschule verschwenden – vorzugsweise in Verbindung mit einem Urlaub im feurigen Andalusien.

Ein Pferd für Jahrhunderte

Die Pura Raza Española (das Pferd reiner Spanischer Rasse) hat bereits eine lange Geschichte. Dennoch ist seine Entstehung nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich war das spanische Pferd, in einer ähnlichen Erscheinung wie wir es heute kennen, bereits wenige Jahrhunderte nach Christus auf der iberischen Halbinsel heimisch. Viele Skulpturen und Standbilder aus dieser Zeit zeigen es mit einem ähnlichen Exterieur. Eingekreuzt wurden im Laufe der Jahrhunderte Araber und Berber, die die Mauren mit in das Land brachten. Auch weitere Rasse wurden zur Veredelung genutzt.

In späteren Jahrhunderten diente es selbst als Veredler vieler Rassen. So wurden unsere damalig noch schweren, europäischen Rassen mit den „Spaniern“ veredelt. Auch an der Entstehung des Lipizzaners (den weißen Pferden, die in der Spanischen Hofreitschule in Wien eingesetzt werden) soll es beteiligt gewesen sein.

In der Pferdezucht in Nord- und Südamerika setzte man ebenfalls die spanischen Pferde ein. Hast Du gewusst, dass der Mustang auch ein Nachfahre der „Spanier“ ist?

Außerdem präsentierten sich viele große Herrscher der damaligen Zeit auf Pferden spanischer Herkunft und ritten mit ihnen in den Krieg, da sie sehr wenig waren und ihre Versammlungsbereitschaft im Nahkampf hoch geschätzt wurde.

Zusammengefasst: die Spanier waren echt gefragt in der Welt!

Im 15. Jahrhundert begann die Geschichte der „Cartujanos“, den Pferden der Karthäusermönche. Sie wurden aus besonders edlen Exemplaren der spanischen Pferde gezogen. Den Mönchen ist es auch zu verdanken, dass die Rasse die Jahrhunderte überdauert hat. Denn im 18. Jahrhunderts wurde vom (kleinen) Napoleon unter französischer Herrschaft befohlen, größere und schwerere Pferde einzukreuzen (klar, er musste ja auch etwas höher sitzen ;-)).

Doch die Mönche weigerten sich und versteckten ihre Pferde. So konnte die ursprüngliche Rasse bewahrt werden und bildet auch heute noch eine besondere „Unterrasse“ der Pura Raza Española.

Die Königlich-Andalusische Hofreitschule entsteht

1973 gründet der Sherry-Produzent Don Alvaro Domecq Romero die Andalusische Reitschule. Im Mai des gleichen Jahres erhielt er von König Juan Carlos I die Auszeichnung „Caballo de Oro“ (Golden Horse) Trophy. Sie ist die prestigeträchtigste Auszeichnung, die jährlich in Spanien für ein besonderes Engagement im Pferdebereich vergeben wird. Dem zu Ehren organisierte Don Alvaro Domecq Romero zum ersten Mal die Aufführung „Wie die andalusischen Pferde tanzen“.

1986 ging die Reitschule mit zahlreichen Zuchttieren sowie Kutschen und historischer Ausrüstung in den Besitz von Don Pedro Domecq de la Riva über. Ein Jahr darauf wurde sie vom spanischen König offiziell anerkannt und trägt seitdem den Namen der Königlich-Andalusischen Reitschule.

Heute ist die Einrichtung im Besitz der Junta de Andalucía und eine Stiftung, die sich dem Schutz und der Förderung der „reinsten spanischen Pferderassen“ verschrieben hat.

Wo finde ich die Fundación Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre?

Die Königlich-Andalusische Reitschule liegt in Jerez de la Frontera in der Provinz Cádiz an der Costa de la Luz. Der Ort ist vor allem für seinen Sherry berühmt, der in zahlreichen Bodegas angeboten wird. Das Städtchen ist außerdem eine Wiege des Flamencos. Viele berühmte Flamenco Sänger und Tänzer kommen aus der Stadt.

Kein Wunder, dass auch die Pferde Rhythmus im Blut haben und die Show in der Reitschule passenderweise „Cómo Bailan los Caballos Andaluces” (Wie andalusische Pferde tanzen) heißt.

Wein, Weib, Gesang  …und Pferde!

Ein Spruch, der fast auf Jerez de la Frontera zugeschnitten ist. Auch im historischen Zentrum spürt man das vornehme Ambiente dieser Stadt, die eingebettet zwischen dem Meer und den Bergen mit einem ganzjährig milden Klima aufwartet.

Die Reitschule selbst befindet sich im Norden der Stadt, in der Avenida Duque de Abrantes. Der Flughafen von Jerez ist nur etwa elf Kilometer entfernt.

Parkplätze sind in der Nähe mit einem kleinen Fußweg ausreichend vorhanden.

Aber auch Bustouren steuern die Reitschule (leider in Massen) an. Bei diesem Anblick wird einem leider recht schnell klar, dass dies zwar eine Hochburg der klassischen Reitkunst und ein Zentrum der andalusischen Pferdezucht ist, aber auch ein Tourievent. Dieser Eindruck verdeutlicht sich im Shop der Reitschule noch, denn das Management hat definitiv begriffen was Merchandising heißt.

Traumhafte Pferde in einem feudalen Ambiente

Wenn man darüber aber einmal hinweg sieht, kann man sich nun auf das wirklich besondere Flair dieses großzügigen Parks einlassen. Riesige Palmen und exotische Pflanzen vor historischen Gebäuden empfangen die Besucher.

Nach dem Haupteingang geht es am Palacio Recreo de las Cadenas vorbei in Richtung Zentrum des Parks. Dort angekommen, geben die Bäume den Blick auf die Reitarena frei, dem „Picadero“– ein großes Gebäude im andalusischen Stil mit strahlenden Gelb- und reinen Weiß-Tönen, das Platz für rund 1.600 Besucher bietet.

Direkt vor dieser Reithalle befindet sich ein riesiger Außenreitplatz. Dort kannst Du schon vor der Show einigen Reitern bei ihrer Arbeit zuschauen. Etwas rechts davon werden in den  Führanlagen Pferde bewegt. Die besondere Atmosphäre dieses Ortes nimmt einen gleich gefangen und die andalusischen Hengste sind einfach traumhaft.

Rund 60 Pferde der Pura Raza Española leben in den Stallungen und Ausläufen auf dem Gelände.

Auch Störche brüten auf den Dächern der Gebäude.

Die Show beginnt: Wie die andalusischen Pferde tanzen

Voller Erwartung betritt man die riesige Halle.

Gerade in der Hochsaison ist sie gut gefüllt, aber da die Plätze erhöht sind, hat jeder einen guten Blick auf die Manege.

…und dann kommen sie herein, der spanische Stolz!
In weißer und brauner „Jacke“ werden die Pferde dem Publikum vorgeführt.

Doch wer jetzt gleich vor lauter Verzückung den Fotoapparat zücken will, wird bitter enttäuscht. Mit polizeilicher Genauigkeit patroulieren Mitarbeiter der Reitschule durch die Gänge und brüllen jeden an, der nur im Entferntesten daran denkt ein Foto zu machen „no fotos!“ Aha, vielen Dank – definitiv ein Minuspunkt!

Aber vor was haben sie Angst? Dass man irgendetwas festhält, was man nicht sollte? Oder soll nur die Merchandising Maschine im Souvenir Shop am Laufen gehalten werden?

Vielleicht ein bisschen von Beidem, wie mir beim weiteren Beobachten der Show deutlich wird.

Die staatlichen Hengste sind gut ausgebildet und zeigen in verschiedenen Schaubildern Lektionen der hohen Schule der Reitkunst:

  • Klassische Dressur
  • Handarbeit
  • Kutschenquadrille
  • Quadrille
  • Doma Vaquera

Der Teil der Doma Vaquera war mir persönlich etwas kurz. Gerade weil es die ursprüngliche Arbeit der spanischen „Cowboys“ und recht spektakulär ist.

Die Kutschenquadrille war eine gute Choreographie und recht spannend zu sehen, wie wendig die Pferde mitsamt einem Wagen sind. Auch die Schimmel-Quadrille mit den geschmückten Hengsten und den traditionellen Outfits der Reiter war nett anzusehen.

Das Highlight der Show mit der klassischen Dressur zu Pferd und an der Hand hat allerdings zwei Seiten. Die märchenhaften Hengste mit langem Behang und imposanter Erscheinung beeindrucken und man möchte sie am liebsten einpacken und im Koffer mit nach Hause nehmen.

Allerdings scheinen die Trainer bei der Ausbildung der Pferde nicht immer zimperlich zu sein. Manche der Tiere wirkten sehr spannig. Oft hatte ein Pferd nur eine einzige Lektion zu zeigen, wie beispielsweise eine Pesade (das Steigen). So kam der Hengst schon auf zwei Beinen in die Arena und hüpfte dann angetrieben von drei Mann minutenlang durch die Manege. Ein anderer piaffierte pausenlos oder zeigte Runde um Runde den Spanischen Schritt.

Laien nehmen es wahrscheinlich nicht einmal wahr, doch erfahrene Reiter müssen schon hin und wieder einmal die Augen zudrücken.

Insgesamt dauert die Show etwa 90 Minuten.

Öffnungszeiten und Veranstaltungstage der Königlich-Andalusischen Reitschule

Die Show „Wie die andalusischen Pferde tanzen“ wird das ganze Jahr über jeden Donnerstag um 12 Uhr gezeigt. Von März bis November (und der ersten Woche im Dezember) zusätzlich jeden Dienstag. Von August bis Oktober gibt es eine weitere Show an den Freitagen.

Außerhalb der Show kann die Anlage, mitsamt der Stallungen, Sattelkammer (sehr elegant!), Sattlerei und dem Reitkunst- und Kutschenmuseum („Museo del Arte Ecuestre y del Enganche“) das ganze Jahr über besichtigt werden.

Geöffnet ist in den letzten drei Dezemberwochen, im Januar und Februar Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag. Von August bis Oktober nur am Montag und Mittwoch und von März bis Juli sowie im November und der ersten Dezemberwoche zusätzlich Freitags, jeweils von 10 bis 14 Uhr.

Das Kutschenmuseum hat bis 15 Uhr geöffnet und die Trainingseinheiten der Reiter laufen von 10 bis 13:15 Uhr. Dort kannst Du auch zuschauen.

Für private Events oder Hochzeiten kann die Anlage ebenfalls mitsamt der „Horse Show“ gebucht werden. Ist aber wahrscheinlich eher für die oberen Zehntausend gedacht 😉

Preise für die Show und die Besichtigung der Anlage

Show „Cómo Bailan los Caballos Andaluces” (Wie andalusische Pferde tanzen)

Reihe 1 und 2: 27,00 € (ermäßigt 17,00 €)
Reihe 3 bis 7: 21,00 € (ermäßigt 13,00 €)

Den ermäßigten Eintritt erhalten Kinder von 4 bis 13 Jahren, Personen ab 65 Jahre, Rentner, Behinderte sowie Vereine und Institutionen.

Einblicke in die Reitschule und das Reitkunst- und Kutschenmuseum

„Full Visit“ (langeTour): 11,00 € (ermäßigt 6,50 €)
beinhaltet: Audiovisuelle Präsentation, Trainingseinheiten in der Reithalle, geführte Tour durch die Einrichtungen der Reitschule: Sattlerei, Palasträume, Stallungen, Sattelkammer, Reitkunst- und Kutschenmuseum, Gärten

„Short Tour“ (kurze Tour): 6,50 € (ermäßigt 4,50 €)
beinhaltet: Reitkunst- und Kutschenmuseum, Gärten, Palast und Sattlerei (außer an Samstagen und in den Ferien)

Der Eintritt für die Besichtigung des Museums kostet 4,50 € (ermäßigt: 2,50 €).

Wenn Du die Reitschule besuchen möchtest, kannst Du Dich auf der Website der Fundación Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre über die aktuelle Zeiten und Preise (werden manchmal geändert) sowie das weitere Angebot informieren. Tickets kannst Du im Übrigen auch direkt dort buchen.

Zu finden ist die Fundación Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre hier:

Avenida Duque de Abrantes S/N.
11407 Jerez de la Frontera, Andalusien, Spanien


Insgesamt begeistern in Europa vier große Schulen der Reitkunst* ihre Zuschauer:

  • die Spanische Hofreitschule in Wien (Österreich)
  • die Königlich-Andalusische Reitschule in Jerez de la Frontera (Spanien)
  • das Cadre Noir in Saumur (Frankreich) und
  • die Portugiesische Reitkunstschule in Belém nahe Lissabon (Portugal).


Wenn Du mehr über die letztgenannte Reitkunstschule erfahren möchtest, empfehle ich Dir diesen Blogpost dazu:  Ein Hauch vergangener Zeit mit den rassigen Hengsten der Portugiesischen Reitkunstschule

Viele Tipps für Deine Reise ins feurige Andalusien, auch abseits der ausgetretenen Touristenpfade, gibt Dir dieser Reiseführer.*

Fazit

Die Pura Raza Española lassen das Herz von Pferdefreunden höher schlagen. Auch die Heimat der rassigen Vierbeiner in einem wunderschönen Landschaftspark in Jerez de la Frontera ist sehenswert.

Die Show bietet viele Facetten der hohen Schule der Reitkunst.

Abzüge gibt es für teilweise etwas grobes Verhalten der Bereiter gegenüber den Pferden und dass Besucher keine Fotos von der Vorführung machen dürfen.

Wirst Du die Reitschule in Jerez de la Frontera besuchen oder warst Du selbst schon einmal dort?
Erzähl mir von Deinen Erfahrungen!

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Julia Ott
Julia Ott

Hi, ich bin Julia – Gründerin von Catch your Dreamlife, Autorin von zwei E-Books und einem Buch zum Thema Bauen & Wohnen. Meine Vorlieben sind mediterranes Design, geniale Rezepte und traumhafte Reisen in Europa.

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